Zikavirus-Infektionen - aktuelle Lage

1. VORBEMERKUNG:

Der Wissensstand bezüglich des aktuellen Zikavirus-Ausbruchs, mit Schwerpunkt in Lateinamerika, ist derzeit noch als höchst unvollständig anzusehen. Insbesondere im Hinblick auf das Zustandekommen seltener neurologischer Komplikationen der Erkrankung (z.B. Guillain-Barré-Syndrom) und hinsichtlich möglicher Fruchtschäden bei Infektionen während der Schwangerschaft. Es besteht hinreichend Grund, Schwangeren ausdrücklich von dem Besuch von Ländern abzuraten, die von einer Zikavirusepidemie betroffen sind. Auch eine sexuelle Übertragung des Erregers ist möglich.

 

 

2. DIE WICHTIGSTEN  FAKTEN - auf einen Blick:
 

  • Empfängnisschutz während und nach der Reise beachten.
     
  • Zusätzlich ist die Verwendung von Kondomen empfohlen.

AKTUELL===>> Das Auswärtige Amt ist, nachdem zwischenzeitlich nur zwei Monate auf sicheren Empfängnisschutz geachtet werden sollte, inzwischen (unter Verweis auf sein "Merkblatt Zikavirus-Infektion") zu seiner ursprünglichen Empfehlung zurückgekehrt, nach der über einen Zeitraum  von 6 MONATEN nach der Reise auf Kondomverkehr zu achten sei. Es findet sich für geplante Aufenthalte in Risikogebieten Folgendes:

 

             Hinweis des Auswärtigen Amtes: Zikavirus-Infektionen

  •  "In der Region [besonders Lateinamerika] wird aktuell eine deutliche Zunahme von durch Mücken übertragbaren Zika-Virus-Infektionen beobachtet [in Gebieten Südasiens hingegen überwiegend nur ein seltenes Vorkommen der Erkrankung, nicht notwendigerweise auch eine Zunahme, Anm. d. Red. ] beobachtet, die für ungeborene Kinder eine Gefahr darstellen können. Das Auswärtige Amt empfiehlt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) sowie dem Robert-Koch-Institut von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist."
     
  • "Alle Reisende sollten unabhängig davon,ob auf der Reise oder kurz danach Symptome einer möglichen ZIKV-Infektion (z.B. Fieber, Hautauschlag, Gelenkschmerzen) aufgetreten sind,nach Rückkehr aus den ZIKV-Ausbruchgebieten ihre Sexualpartner für die Dauer von mindestens 6 Monaten durch Kondomgebrauch schützen. Frauen sollten konsequenterweise in dieser Zeit auf eine Schwangerschaft verzichten." (Merkblatt Zikavirus-Infektionen, September 2016)

 

3. VORKOMMEN - SYMPTOME - BESONDERHEITEN

 

              Ein erster Überblick über die Situation (Neue Zürcher Zeitung, Mai 2016) : 

 

            Ausbruch in Brasilien

  •  In Brasilien werden weiterhin aktuell gehäuft Zikaviren nachgewiesen. Es handelt sich um ein durch Mücken übertragenes Virus, das zu einer Denguefieber-ähnlichen Erkrankung führen kann.  Etwa 80 Prozent der Infektionen verlaufen unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, sind diese meist harmloser Natur. Wenn Beschwerden auftreten, dann sind es meist nur Fieber, Kopfschmerz und unter Umständen ein flüchtiger Hautausschlag.  Zunächst wurde das Auftreten der Zikaviren in Bahia Rio Grande do Norte registriert. Seitdem breitet das Virus - dem Auswärtigen Amt zufolge - landesweit aus: Alagoas Bahia, Ceará, Maranhão, Mato Grosso, Pará, Paraná, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio de Janeiro, Roraima und São Paulo.

    Mit schätzungsweise 40.000 Verdachtsfällen findet sich die höchste Zikavirus-Aktivität derzeit in Goiana, im Bundesstaat Pernambuco. Die Zahl der Microzephaliefälle in der Region wurde mit 27 angegeben. (Daily Mail)   Neuere Angaben sprechen von landesweit 1.113 bestätigten Fällen von Mikrozephalie. Nur in 189 Fällen würden die Mütter positiv auf eine Infektion mit Zikaviren getestet.  Im Bundesstaat Rio de Janeiro wurden seit Oktober 2015 insgesamt 35 bestätigte Fälle von Schädelfehlbildungen dokumentiert. Von Microzephalie spricht man definitionsgemäß dann, wenn der Kopfumfang eines Neugeborenen 32 Zentimeter und weniger beträgt. (14.04.) Die Zahl der Mikrozephaliefälle ist aktuell im Vergleich zum Jahr 2014 deutlich angestiegen. Ungeachtet der Tatsache, dass nur bei verhältnismäßig wenigen der betroffenen Frauen eine Infektion nachweisbar war.

    Es dürfte wegen der Ähnlichkeit zum Denguefieber im Falle einer Infektion, wenn diese überhaupt bemerkt wird, eine relativ hohe Dunkelziffer bestehen. Schutzmaßnahmen (Mückenabwehr) und Behandlung (Flüssigkeitzufuhr und ggf. Paracetamol gegen Schmerzen und Fieber) sind ähnlich wie beim Denguefieber.

    Schädelmissbildungen bei Neugeborenen und sonstige neurologische Komplikationen
     

  • Häufungen von Schädelmissbildungen (Mikrozephalie), wurden bisher jedoch überwiegend aus Brasilien gemeldet. (DocCheck News) Dies ist verwunderlich, da Zikavirus-Infektionen in weiten Teilen der Welt zumindest sporadisch vorkommen, und sogar epidemisch in vielen anderen Ländern Süd- und Mittelamerikas. Dennoch wird ein direkter Zusammenhang zwischen Zikavirus-Infektionen in der Schwangerschaft und Schädelmissbildungen der ungeborenen Kinder immer wahrscheinlicher.  Auch wurden inzwischen auffällige genetische Unterschiede zwischen den auf dem amerikanischen Kontinent und den in Asien zirkulierenden Erregern nachgewiesen. (UCLA Health 15.04.) Fehlbildungen sind nicht die einzige Auffälligkeit. Zum Teil wurden (u.a.) auch erhöhte Fehlgeburtenraten beobachtet. Weitere Hinweise hierzu finden sich in dem Presseartikel Gefahr für Gehirne  So teilte Stevens Rehen, ein Experte vom Instituto D'Or, der Deutschen Presse-Agentur in Rio de Janeiro mit, dass nicht nur Embryonen gefährdet seien, sondern auch eine Infektion Neugeborener Probleme mit sich bringen könne. So seien Schädigungen von Nervenzellen bis hin zu einem Hör- oder Sehverlust möglich. (14.04.)

    Sind Zikaviren die Ursache des Problems?
     

  • Es bleiben weiterhin wichtige Fragen offen, zum Beispiel, ob die Zikaviren allein für die beschriebenen Missbildungen von Neugeborenen verantwortlich sind, oder ob noch ein bislang unbekannter Faktor/ Umstand existiert, der zusammen mit dem Zikavirus erst das beschriebene Ausmaß an Schäden hervorruft.  Professionelle Aufbereitung von Datenmaterial in den Medien oder die Erläuterungen von Experten können sehr hilfreich sein, bergen aber stets auch die Gefahr, den Eindruck zu erwecken, die individuelle Situation vor Ort wäre mit einfachen Maßnahmen "in den Griff zu bekommen". Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich dies nicht mit letzter Sicherheit sagen. Die Exposition gegenüber Mücken möglichst gering zu halten, ist in jedem Fall ein vielversprechender Ansatz, um das persönliche Risiko zu minimieren. Häufungen von Schädelmissbildungen (Mikrozephalie), wurden bisher jedoch überwiegend aus Brasilien gemeldet. (DocCheck News) Dies ist verwunderlich, da Zikavirus-Infektionen in weiten Teilen der Welt zumindest sporadisch vorkommen, und sogar epidemisch in vielen anderen Ländern Süd- und Mittelamerikas. Dennoch wird ein direkter Zusammenhang zwischen Zikavirus-Infektionen in der Schwangerschaft und Schädelmissbildungen der ungeborenen Kinder immer wahrscheinlicher.  Auch wurden inzwischen auffällige genetische Unterschiede zwischen den auf dem amerikanischen Kontinent und den in Asien zirkulierenden Erregern nachgewiesen. (UCLA Health 15.04.) Fehlbildungen sind nicht die einzige Auffälligkeit. Zum Teil wurden (u.a.) auch erhöhte Fehlgeburtenraten beobachtet. Weitere Hinweise hierzu finden sich in dem Presseartikel Gefahr für Gehirne  So teilte Stevens Rehen, ein Experte vom Instituto D'Or, der Deutschen Presse-Agentur in Rio de Janeiro mit, dass nicht nur Embryonen gefährdet seien, sondern auch eine Infektion Neugeborener Probleme mit sich bringen könne. So seien Schädigungen von Nervenzellen bis hin zu einem Hör- oder Sehverlust möglich. (14.04.)

             Zikavirus-Infektion bei US-Reisenden/ Vorkommen von Guillain-Barré-Syndrom

  • In der Zeit zwischen 1. Januar 2015 und 10. August 2016 fanden sich in den USA 1.955 reiseassoziierte Fälle von Zikavirus-Infektion, von denen 22 Infektionen sexuell übertragen worden waren. Von den nachweislich Infizierten erkrankten sechs Personen an Guillain-Barré-Syndrom (GBS). Das GBS ist eine neurologische Erkrankung, die mit (meist) vorübergehenden Lähmungserscheinungen einhergeht, das GBS ist nicht auschließlich auf Zikavirus-Infektionen beschränkt, sondern kann auch im Zuge von bakteriellen Darminfektionen oder nach anderen Viruserkrankungen (z.B. Influenza) auftreten.  Es waren im Rahmen der genannten Erhebung keine Fruchtschäden zu verzeichnen. Allerdings fanden sich in dem vorliegenden Survey keine Angaben über die Zahl der schwangeren Reisenden. (CDC 15.08.)

Zikavirus-Infektionen in Florida

  •  Es gilt inzwischen als sehr wahrscheinlich, dass es in Florida (Miami Dade und Broward County) zu einer lokalen Übertragung in mindestens 4 Fällen gekommen ist. (OutbreakNewsToday 29.07.) Das Auswärtige Amt berichtet: "Im Bereich der Stadt Miami /Florida muss nun erstmals von einer lokalen Übertragung der Zikaviruserkrankung ausgegangen werden. Entsprechende Fälle wurden berichtet." (AA 02.08.) Eine besonders hohe Aktivität der Erkrankung wird aktuell im US-Territory Puerto Rico beobachtet: 10.690 Fälle, davon 1.035 schwangere Frauen. Ein Fall von Microzephalie und 30 Fälle von Guillain-Barré-Syndrom (GBS), einer Nervenentzündung, die zu Lähmungserscheinungen führen kann. (ABC-News 19.08.) GBS ist jedoch keine ausschließliche Folgeerscheinung von Zikavirus-Infektionen, sondern tritt u.a. selten auch im Zusammenhang mit bakteriellen Darminfektionen oder sogar Grippeerkrankungen auf.

             Sexuelle Übertragung nach Rückkehr aus Risikogebiet

  • Eine sexuelle Übertragung des Erregers ist möglich. Inzwischen wurde selbst in Deutschland seitens der Medien über einen solchen Fall berichtet, bei dem es zur Ansteckung über Geschlechtsverkehr mit einem Rückkehrer aus betroffenen Gebieten kam. Es handelte sich um eine Frau, die sich über ungeschützten Sexualkontakt mit einem Rückkehrer aus Puerto Rico infizierte.  (Der Tagesspiegel 13.05.2016)

 

 4. EXPERTEN  UND INSTITUTIONEN
 

  • Auswärtiges Amt (AA):  zu Zikavirus-Infektionen:
    • "In der Region wird aktuell eine deutliche Zunahme von durch Mücken übertragbaren Zika-Virus-Infektionen beobachtet, die klinisch ähnlich wie Dengue-Fieber verlaufen, allerdings für ungeborene Kinder eine Gefahr darstellt. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verfügung.
    • Das Auswärtige Amt empfiehlt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) sowie dem Robert-Koch-Institut von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
    • Bei unvermeidbaren Reisen muss auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vorbeugung von Mückenstichen geachtet werden, siehe auch:  Schutzmaßnahmen Mückenstiche
    • Da eine sexuelle Übertragbarkeit möglich ist, wird  nach einer möglichen Exposition in den Ausbruchgebieten bei Sexualverkehr mit Schwangeren Kondomgebrauch für die Dauer der Schwangerschaft empfohlen.
    • Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion finden Sie auf dem Merkblatt des Gesundheitsdienstes des Auswärtigen Amts Merkblatt Zika-Virus-Infektion." (Anm. d. Red.: Hervorhebug durch uns)

       

  • => Hintergrundinformationen zur sexuellen Übertragbarkeit von Zikaviren finden sich in den Interviews der Wissenschaftsjournalistin Jana Schüttler mit Prof. Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg. Zusammenfassungen und Verlinkung siehe weiter unten. 
  • Die Weltgesundheitsorganisation hat den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. (WHO 01.02.2016)  Dies erleichtert den Gesundheitsbehörden weltweit, gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Offizielle Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt werden derzeit für die betroffenen Länder nicht erwartet. Eine Expertin des Robert-Koch-Instituts wird vom Berliner Tagesspiegel mit den folgenden Worten zitiert: 
    • Was man noch gar nicht abschätzen kann, ist, ob noch Co-Faktoren vorhanden sein müssen.“ Das könnten etwa Antikörper gegen andere Viren sein, die zusammen mit dem Zika-Virus eine Mikrozephalie auslösen. Möglich sei auch, dass nicht Zika, sondern ein ganz anderer Faktor der Verursacher ist. „Das könnte zum Beispiel ein Medikament sein“, sagte die Expertin." (Christina Frank in dem Artikel: "Wegen Zika-Virus erklärt die WHO globalen Gesundheitsnotstand" 02.02.2016)

       

  • Jonas Schmidt-Chanasit (Bernhard-Nocht-Institut) im Tagesspiegel: Infektionen mit Zika-Viren nehmen zu (09.12.) und Zika-Viren werden auch nach Europa eingeschleppt (27.01.2016)
    • Ursprung des Ausbruchs: "Nach Brasilien könnte Zika mit infizierten Besuchern der Fußball-WM 2014 eingeschleppt worden sein."
    • Übertragungen von Mensch-zu-Mensch, z.B. über Geschlechtsverkehr: „So eine Übertragung ist aber sehr unwahrscheinlich und nicht mit HIV oder Ebola zu vergleichen.“
    • Diagnostik: „Aber das ist sehr aufwändig, dauert sieben Tage und können nur wenige Labor[e], da man sie unterscheiden muss von sehr ähnlichen Antikörpern gegen verwandte Viren wie Dengue, FSME oder Gelbfieber
    • Vorkommen und Empfehlungen: "Eine Reisewarnung für Schwangere macht nach Meinung des Experten nur für Länder Sinn, in denen die Infektion in großer Zahl auftritt, wie in Brasilien und Französisch-Polynesien. Vereinzelte Fälle in Afrika oder Südostasien rechtfertigten eine solche Warnung nicht. Wenn eine werdende Mutter dennoch nach Brasilien reisen wolle, könne sie nur auf Mückenschutz achten. Eine Impfung oder ein Medikament gibt es noch nicht." Mit Ausnahme von Chile und Kanada, seien Zikavirus-Infektionen auf dem gesamten amerikanischen Kontinent vorstellbar.
  • Jonas Schmidt-Chanasit (Bernhard-Nocht-Institut) (03.02.)
    • „Die sexuelle Übertragung bleibt ein Randphänomen. Wir denken nicht, dass so ein Ausbruch verursacht werden kann“, sagt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Allerdings sei die Information für Reiserückkehrer relevant, auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Brasilien. Männer sollten nach einer Reise in die betroffenen Gebiete einen Monat lang keine Samenspende abgeben, keine Frau schwängern und beim Sex mit einer Schwangeren ein Kondom benutzen. Das gelte sowohl für Männer, die Symptome wie Ausschlag, leichtes Fieber oder Gelenkschmerzen hatten als auch für die, die sich nicht krank fühlten. „Das Merkblatt des Auswärtigen Amtes wird entsprechend ergänzt“, sagt der Virologe. Weltweit passen Seuchenbehörden ihre Empfehlungen an, Vertreter der zuständigen deutschen Ministerien trafen sich am Mittwochnachmittag im Auswärtigen Amt. Seit Beginn der Epidemie wurde das Virus bei sechs deutschen Reiserückkehrern nachgewiesen, zuletzt bei einem Touristen, der in Venezuela war. (Jana Schlütter im Artikel: Reiserückkehrer sollten Kondome benutzen)
      Siehe auch ihren Artikel: Wird Zika doch öfter beim Sex übertragen? (24.02.2016)
      • "Wie kürzlich bekannt wurde, war in seinem Sperma noch 62 Tage nach Symptombeginn Virenerbgut zu finden. „Das heißt nicht, dass er auch so lange ansteckend war“, betont Christina Frank, Epidemiologin am Robert- Koch-Institut in Berlin."(Anm. d. Red.: Hervorhebung durch uns)

         

  • Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI), (siehe verlinktes Dokument S. 16), das RKI in Berlin empfiehlt in seinem Epidemiologischen Bulletin vom 18. Januar 2016 (siehe S. 16)  Reisenden, die innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinzuweisen. Da solche Symptome jedoch auch andere Ursachen haben können, sollte im Zweifelsfall stets zeitnah nach Einsetzen der Symptomatik ein Arzt oder eine geeignete medizinische Einrichtung aufgesucht werden, auch wenn es erst nach Ablauf dieser Frist zu gesundheitlichen Problemen kommt. Schwangere, die in Gebieten unterwegs waren, in denen das Zikavirus übertragen wird, sollten ihren Frauenarzt bei Vorsorgeuntersuchungen darauf hinweisen.
     
     

5. AUSGEWÄHLTE LÄNDERINFORMATIONEN
 

  • USA: Es gilt inzwischen als sehr wahrscheinlich, dass es in Florida (Miami Dade und Broward County) zu einer lokalen Übertragung in mindestens 4 Fällen gekommen ist. (OutbreakNewsToday 29.07.) Das Auswärtige Amt berichtet: "Im Bereich der Stadt Miami /Florida muss nun erstmals von einer lokalen Übertragung der Zikaviruserkrankung ausgegangen werden. Entsprechende Fälle wurden berichtet." (AA 02.08.)
  • El Salvador: Zwischen 31. Oktober und 6. November 2015 waren 1.184 Fälle gemeldet. Zwischen 29. November und 5. November wurden je nach Zählweise 864 bzw. 738 Fälle registriert, darunter auch fünf schwangere Frauen, eine endgültige Bestätigung der Fallzahlen seitens der CDC in den USA steht noch aus. (ProMED 11.12.) In weniger als einem Monat seien 46 Fälle von Guillain-Barré-Syndrom registriert worden (healix international 16.01.), eine neurologische Erkrankung, die zu (meist vorübergehenden) Lähmungserscheinungen führen kann und u.a. im Zusammenhang mit Virusinfektionen auftritt.
    Inwieweit hier ein Zusammenhang mit dem Zikavirus-Ausbruch besteht, ist jedoch noch unklar. Insbesondere, um Fälle von Mikrozephalie zu verhindern, appellierte die Regierung El Salvadors an alle Frauen des Landes bis zum Jahr 2018 auf Kinder zu verzichten. (La Prensa 30.01.)
  • Kolumbien: Nachweis des Erregers in Bolivar, Cordoba, Norte de Santander, San Andres und Sucre. Inzwischen wurden in den ersten drei Monaten des Jahres (2016) landesweit rund 55.000 Infektionen registriert. Erstmalig auch zwei Fälle von Schädelmissbildung bei Neugeborenen im Zusammenhang mit Zikavirusinfektionen der Mutter. (http://www.nytimes.com/2016/04/15/world/americas/colombia-reports-first-... [A C Jaramillo MD is thanked for bringing these cases to our attention. - Mod.TY] - Cases. 17 Apr 2016. (reported) 55 000 cases in 1st 3 months of 2016; Ro value 3-6 (1 infection spread to 3-6 new individuals). http://thecitypaperbogota.com/news/zika-numbers-down-in-colombia-but-infections-still-rampant/12487" target="_blank">ProMED 19.04.)
  • Honduras: Medien berichteten über insgesamt 4.785 registrierte Infektionen, Fälle von kindlichen Missbildungen traten nicht auf. Jedoch wurden 35 Fälle von Guillain-Barré-Syndrom diagnostiziert. (Fox News 09.02.) Inwieweit hier ein Zusammenhang mit dem Zikavirus-Ausbruch besteht, ist jedoch noch unklar.
  • Bolivien: Das Auswärtige Amt berichtete über eine steigende Zahl von Zikavirusinfektionen u.a.  im gesamten Department Santa Cruz, schwerpunktmäßig aber in den Munizipien Santa Cruz und Portachuelo. Dort werden aktuell besonders intensive Mückenbekampfungsmaßnahmen durchgeführt. (AA 04.03.) Im gesamten Department Santa Cruz, schwerpunktmäßig in den Munizipien Santa Cruz und Portachuelo werden aufgrund der steigenden Anzahl von Zika-, aber auch Dengue- und Chikunguña- Viruserkrankungen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Überträgermücke Aedes aegypti ergriffen.
    Schwangeren wird empfohlen, von vermeidbaren Reisen in ZIKA-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen.
     
  • Marshall-Inseln: In der Region, inklusive der Marshall-Inseln, wird aktuell eine deutliche Zunahme Zikavirus-Infektionen beobachtet. Am 29.02.2016 haben die Marshallinseln deshalb den Gesundheitsnotstand ausgerufen. (AA 11.03.)
  • St. Vincent und die Grenadinen: In der Region, inklusive St. Vincent und den Grenadinen, wird aktuell eine deutliche Zunahme von durch Mücken übertragbaren Zikavirus-Infektionen beobachtet. (AA 15.03.)
     
  • Südostasien (u.a. Vietnam) (AA 31.03.): 
    • "Es gibt Hinweise, dass in Südostasien das Zika-Virus seit etwa 40 Jahren zirkuliert. Aus den letzten zehn Jahren wurden Einzelfälle von Erkrankungen gemeldet, ohne dass bisher größere Ausbrüche bekannt geworden sind. Das Infektionsrisiko ist daher außerhalb von Ausbruchsituation als minimal einzuschätzen. Zika-Virus-Infektionen verlaufen klinisch ähnlich wie Dengue-Fieber, allerdings können sie für ungeborene Kinder eine Gefahr darstellen. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verfügung. Auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen sollte geachtet werden,..."
       
  • Singapur (AA Stand 28.08.)
    • Die Möglichkeit einer lokalen Übertragung des Virus ist in Singapur grundsätzlich gegeben. Über rund 40 Fälle wurde berichtet.
       
  •  Malediven (AA Stand: 26.08.)
    • "In der Region werden durch Mücken übertragbare Zika-Virus-Infektionen beobachtet, die klinisch ähnlich wie Dengue-Fieber verlaufen, allerdings für ungeborene Kinder eine Gefahr darstellt. Eine Impfung, eine Chemoprophylaxe oder eine spezifische Therapie stehen absehbar nicht zur Verfügung.Das Auswärtige Amt empfiehlt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) sowie dem Robert-Koch-Institut von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist."

 

 

MD Medicus Imagevideo

 
  1. MD Medicus
  2. Gesundheitsberatung & Pflegeassistance
  3. Haus-Service & Telemedizin
  4. Versorgungs- & Reha-Management
  5. International Beraten / Reisebüro / Dolmetscher Service
  6. Reise- & Tropenmedizin
  7. Medical Service Balear
  8. Auslands- & Firmenassistance