MERS ? Update

Seit September 2012 wurden weltweit mindestens 1.864 labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen durch Erreger des "Middle East respiratory Syndromes", MERS, mit mindestens 659Todesfällen registriert. Insgesamt 27 Länder sind bzw. waren betroffen. Die Erkrankungen traten auf vor allem in Saudi-Arabien sowie in Katar, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, vereinzelt im Iran oder im Zusammenhang mit vorangegangenen Aufenthalten in diesen Ländern. Insgesamt Abnahme der Erkrankungsaktivität in Saudi-Arabien. Aktueller Stand: Seit September 2012 wurden in Saudi- Arabien insgesamt 1.531 Erkrankungen mit 638 Todesfällen verzeichnet.  Es werden seit längerer Zeit  auf relativ niedrigem Niveau, aber kontinuierlich, Neuinfektionen registriert. Der aktuellste Fall wurde aus Riad gemeldet, aber auch in zahlreichen Provinzen Saudi Arabiens wurden in letzter Zeit sporadische Fälle verzeichnet.  Der größte Teil der Infektionen dürfte auf den engen Kontakt mit Infizierten (im Krankenhaus oder innerhalb der Familie) zurückzuführen sein. Experten schließen die Zirkulation des Erregers innerhalb der gesunden Bevölkerung nicht aus. Das Übertragungspotential des Erregers bei Kontakten mit Dromedaren wird nach Studienlage hingegen als gering eingestuft. (MOH 07.01., WHO 09.01., ProMED 28.12., ECDC, CIDRAP)

Ein aktueller Beitrag (20. Juli 2016) im Ärztenetzwerk DocCheck beleuchtet das erhöhte Infektionsrisiko für andere Patienten und Klinikpersonal in solchen Krankenhäusern, deren Notaufnahmen, nicht auf den Erstfall vorbereitet sind.

In Saudi-Arabien durchgeführte Querschnittsuntersuchungen zeigten jedoch ein bei Kamelzüchtern und Arbeitern in Schlachtbetrieben 15- bzw. 23-fach häufigeres Auftreten von Antikörpern als bei der Normalbevölkerung. Dies deutet auf eine größere Verbreitung des Erregers hin als zunächst angenommen, jedoch auch darauf, dass der größte Teil der Infektionen asyptomatisch verläuft oder zumindest nur mit geringen, vorübergehenden Beschwerden verbunden ist. (Müller et al. 2015) Zumindest als Resservoir für den Erreger spielen Dromedare allem Anschein nach eine relevante Rolle, zumal die Tiere selbst meist keine auffälligen Krankheitszeichen entwickeln und angesichts der Tatsache, dass auch weiterhin kein Impfstoff zum Einsatz bei Dromedaren zur Verfügung steht. (ProMED 14.09.)

Vereinigte Arabische Emirate: Zwischen 11. und 14. Januar 2016 wurden zwei neue Fälle von MERS seitens der internationalen Gesundheitsbehörden gemeldet. Einer der Patienten ist verstorben. (WHO 26.01.) Im vergangenen Jahr wurde über einen Erkrankungsfall bei einem 65-jährigen Mann aus der Eastern Region . Die Übertragung des MERS-Virus erfolgt wahrscheinlich am häufigsten über den engen Kontakt mit infizierten Dromedaren sowie im Rahmen der Pflege Erkrankter.  (WHO 16.06.2015)

Kuwait: Todesfall bei einem 78-jährigen Mann aus Kuwait City. Erste Symptome traten am 8. September auf, der Patient verstarb am 19. September. Die Ansteckung erfolgte wahrscheinlich über infizierte Dromedare, von denen der Mann mehrere besaß und engen Kontakt zu ihnen hatte. (WHO 23.09.)

Inzwischen liegt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Südkorea bei 186, 36 Todesfälle. Seit 4. Juli wurde keine best&aauml;tigte Neuinfektion mehr registriert. Es handelte sich bei den Patienten überwiegend um Krankenhauspersonal, Personen mit engen Kontakte zu Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie primär um Kontaktpersonen eines Geschäftsreisenden, der sich innerhalb von 14 Tagen vor Ausbruch der Erkrankung im Nahen Osten aufgehalten hatte. Als Reiseländer wurden Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien und Katar genannt. Der Indexpatient habe landwirtschaftliche Betriebe besucht, daher kann eine Ansteckung über Tierkontakte (Dromedare) nicht ausgeschlossen werden. Es ist der größte Ausbruch der Erkrankung außerhalb von Saudi Arabien. Eine (geringe) Ansteckungsgefahr dürfte jedoch weiterhin eher in einigen arabischen(!) Ländern u.a. bei engem Kontakt mit Dromedaren oder der Pflege von an MERS erkrankten Patienten bestehen. (WHO 14.07., ProMED 05.08., Korean MOH 12.08.) Graphiken zur Häufigkeit/ Verteilung der MERS Fälle in Südkorea finden sich unter: http://issue.visualdive.co.kr/mers/

Jordanien: Seit Anfang 2015 kam es zu bislang bestätigten 13 Erkrankungen mit fünf Todesfällen. Die Ansteckung erfolgte nach Angaben der Behörden vor allem im Rahmen von Pflegekontakten über einen Patienten im Krankenhaus. (Jordan News Agency 28.08., WHO 06.09., ProMED 22.09.

Oman: Erkrankungsfall bei einem 66-jährigen Mann. Der erste Fall seit 22. Mai 2015. Insgesamt ist der Oman eines der weniger stark betroffenen Länder der arabischen Halbinsel. (Gulf Business 22.02., Times of Oman 04.01.)

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