MERS – UPDATE

Seit September 2012 wurden weltweit mindestens 2.220 labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen durch Erreger des "Middle East respiratory Syndromes", MERS, mit mindestens 790 Todesfällen registriert. Insgesamt 27 Länder sind bzw. waren betroffen. Die Erkrankungen traten auf vor allem in Saudi-Arabien sowie in Katar, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, vereinzelt im Iran oder im Zusammenhang mit vorangegangenen Aufenthalten in diesen Ländern. Insgesamt Abnahme der Erkrankungsaktivität in Saudi-Arabien.

  • Aktueller Stand in Saudi Arabien: MERS, seit September 2012 wurden in Saudi- Arabien insgesamt 1.844 Erkrankungen mit 716 Todesfällen verzeichnet. Es werden seit längerer Zeit  auf relativ niedrigem Niveau, aber kontinuierlich, Neuinfektionen registriert. Aktuelle Fälle werden insbesondere aus Riad und Jeddah gemeldet, aber auch in zahlreichen Provinzen Saudi Arabiens muss mit  sporadischen Fällen gerechnet werden.  Der größte Teil der Infektionen - auf dem Höhepunkt des Ausbruchs- dürfte auf den engen Kontakt mit Infizierten (im Krankenhaus oder innerhalb der Familie) zurückzuführen sein. Dies stellt teils auch weiterhin ein reales Risiko für medizinisches Personal auf Intensivstationen dar. Beispielsweise in Fällen in denen die bestehende Luftnot eines Patienten auf dessen Grunderkrankung zurückgeführt wird, die Infektion übersehen wird und folglich Schutzmaßnahmen unterbleiben ("Superspreader"). Desweiteren schließen Experten die Zirkulation des Erregers innerhalb der gesunden Bevölkerung nicht aus. Das Übertragungspotential des Erregers bei Kontakten mit Dromedaren wurde nach Studienlage zunächst als gering eingestuft. Wobei in jüngerer Zeit ein größerer Teil der sporadischen Einzelfallmeldungen eine Assoziation zu Dromedaren aufzuweisen scheint.  (MOH 12.06., ProMED 12.06.,  EMRO/WHO 25.06., ECDC, CIDRAP)

Ein Beitrag vom Juli  2016 im Ärztenetzwerk DocCheck beleuchtet das erhöhte Infektionsrisiko für andere Patienten und Klinikpersonal in solchen Krankenhäusern, deren Notaufnahmen nicht auf den Ernstfall vorbereitet sind.

In Saudi-Arabien durchgeführte Querschnittsuntersuchungen zeigten ein bei Kamelzüchtern und Arbeitern in Schlachtbetrieben 15- bzw. 23-fach häufigeres Auftreten von Antikörpern als bei der Normalbevölkerung. Dies deutet auf eine größere Verbreitung des Erregers hin als zunächst angenommen, jedoch auch darauf, dass der größte Teil der Infektionen asyptomatisch verläuft oder zumindest nur mit geringen, vorübergehenden Beschwerden verbunden ist. (Müller et al. 2015) Zumindest als Resservoir für den Erreger spielen Dromedare allem Anschein nach eine relevante Rolle, zumal die Tiere selbst meist keine auffälligen Krankheitszeichen entwickeln und angesichts der Tatsache, dass auch weiterhin kein Impfstoff zum Einsatz bei Dromedaren zur Verfügung steht. (ProMED 14.09.)

LESETIPPCountries agree next steps to combat global health threat by MERS-CoV (27.09.2017)

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