Giftschlangen - Update

Notfall

Anhaltspunkte zum Erkennen von Giftschlangen
 

  • Hat eine Schlange eine dreieckige Kopfform, besteht "Giftschlangen-Verdacht".
    • Ausnahme: die sehr giftige Korallenschlange hat hingegen einen rundlichen Kopf
       
  • Farbintensive Schlangen sind oft giftig.
    • Ausnahme: z.B. die Schwarze Mamba
       
  • Bei Giftschlangen finden sich oft vertikale Augenschlitze, während ungiftige Schlangen im Regelfall runde Pupillen haben.
    • Ausnahmen: Kobra, Schwarze Mamba, Inlandtaipan und Korallennatter sind gefährliche Giftschlangen, weisen jedoch runde Pupillen auf. 
       
  • Befindet sich zwischen den Augen und den Nasenlöchern der Schlange eine grubenartige Vertiefung, so könnte es sich um eine Giftschlange handeln.
     
  • Schwimmt eine Schlange im Wasser, so, dass man ihren gesamten Körper an der Oberfläche erkennen kann, handelt es sich wahrscheinlich um eine Giftschlange.
     
  • Bereits vor der Reise kann man sich über Vorkommen und  Aussehen etwaiger Giftschlangenarten in der Region informieren. Eine-giftige-Schlange-identifizieren

Gute und böse Schlangen in der Menschheitsgeschichte

Schlangen besitzen eine ganz besondere Bedeutung: Vor Urzeiten (vielleicht seit 40.000 Jahren) verschlang das Drachen-Untier Urobos sich selbst und symbolisierte damit den ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens in ununterbrochenen Wiedergeburten. Damals war die Schlange heilig, ein mit der natur verwobener Heilsbringer. Nahezu alle Völker der Erde symbolisierten Urobos in Kreissymbolen: bis heute z.B. in China mit dem Wuji-Kreis.

Zum Inbegriff des Bösen verwandelte sich die Schlange erst, als die alten gesellschaftlicher Vorstellungen neuen Zivilisationen weichen mussten: es war eine Schlange, die vor 4.500 Jahren Gilgamesh das Kraut der Unsterblichkeit raubte, das er zuvor von Utanapishtim (in der Bibel Noah genannt), dem Stammvater der Menscheit, nach der Sintflut erhalten hatte. Nach seinem Sieg über die erotische Göttin Ishtar waren die Wiedergeburten unterbrochen, und der Mensch musste den Tod seines unverwechselbaren Ichs erkennen. Seither wurde die Schlange (der Drache) als teuflisches Symbol für die Zeiten vor der blutigen neolithischen Revolution vernichtet: Marduk erschlug Taimat, Thor erstach die Midgardschlange, Perseus köpfte die Medusa und St. Georg tötete den Drachen. Bis heute wird dieser heftige Konflikt in Stierkämpfen zelebriert.

Vielleicht 1.500 Jahre nach Gilgamesh wurde dann eine Schlange verdammt, die eine Frau dazu verführte, vom Apfel der Erkenntnis (!) zu kosten. Damit verfiel sie (!) der Sünde, d.h. sie erlag der Sehnsucht nach dem verlorenen freien Nomadenleben der paradisischen Jäger und Sammlerinnen. Die alte Zeit war geprägt vom Spannungsverhältnis von Mann und Frau (Gender, Erotik, Sex) und individueller Handlungskompetenz von Visionen geleiteter Krieger - Charaktereigenschaften, die für Pyramidenbauer, Soldaten und Sklaven als schädlich angesehen wurden. In Gesellschaften, die diese Arten des ursprünglichen Seins nicht vollständig verbannen wollten, erhielt sich die Schlangen- oder Drachensymbolik, z.B. in China in der S-förmigen Linie, die den Wuji-Kreis in Yin und Yang teilt und in Bewegung hält.

 

Giftschlangen in der Medizin

Der Biss von Schlangen konnte zum Tode führen, wie angeblich bei dem so schön inzenierten Selbstmord Kleopatras mit einer Kobra.

Aber ihr Gift war auch nützlich: Schlangengifte wurden schon vor 4.000 Jahren als Heilmittel erkannt und als Arznei verwendet. So genanntes Schlangenfett wurde gegen Rheuma eingesetzt oder als hungerstillendes Mittel verwendet. Der im asiatischen Raum beheimate Schlangenwein war früher eine gerne verzehrte Spezialität. Aber auch heute noch gilt die "Schlange in Alkohol" als Allheil- und Potenzmittel.

Die wichtigste Rolle des Schlangengiftes besteht heute immer noch in seiner Wirkung als Serum (Antidot). In der allgemeinen Medizin nahm es bis vor kurzer Zeit eine eher untergeordnete Rolle ein und wurde hauptsächlich in der Homöopathie eingesetzt. Neuere Forschungen untersuchen dagegen Schlangengift intensiver mit dem Ziel, nutzbringende Anwendungen zu finden. So konnten britische Forscher vom Institut für Tiergesundheit in Edinburgh, an Versuchen mit Mäusen zeigen, dass Kobragift den Ausbruch von BSE und Scrapie (Traberkrankheit bei Schafen) hinauszögert. Das Gift des nordamerikanischen Kupferkopfes (Agkistrodon contortrix) soll nach Ansicht von Forschern der University of Southern California in Los Angeles einen Wirkstoff besitzen, der die Vermehrung von Krebszellen verhindern kann. Weitere Forschungen ergaben, dass Schlangengift sowohl als Blutgerinnungsmittel und als Blutverdünnungsmittel genutzt werden kann. So fördert Batroxobin, eine Substanz die aus dem Gift der südamerikanischen Jararaca-Lanzenotter (Bothrops jararaca) stammt, die Blutgerinnung. Die Klebefähigkeit dieses Stoffes ist so hervorragend, dass sich Wunden einfach, sicher und schnell verschliessen lassen. Den klebenden Eigenschaften stehen die gerinnunghemmenden gegenüber. Aus dem Giftes der afrikanischen Wassermokassinotter (Agkistrodon piscivorus) kann der Wirkstoff Tirofiban isoliert werden. Dessen blutgerinnungshemmenden Eigenschaften macht man sich heute zunutze, indem man daraus ein wirkungsvollen Gerinnungshemmer entwickelte.

Giftschlangen - eine große Familie

Auf der Welt gibt es eine Vielzahl von Schlangen, ca. 2900 bis 3300 verschiedene Arten. Wie viele dieser Arten giftig sind, darüber ist man sich in der Wissenschaft nicht ganz einig. Manche Forscher gehen davon aus, dass fast alle Schlangenarten giftig sind, andere wiederum betrachten 400 bis 500 Schlangen als giftig. Dieser Zwiespalt rührt aus der Tatsache, dass eine Reihe von Schlangen zwar Gift produzieren, dieses Gift aber nicht gegen Menschen einsetzen. Unstrittig ist, dass es auf der Welt an die 50 Schlangenarten gibt, deren Bisse tödliche Folgen haben kann. Der Begriff "Giftschlange" oder "echte Giftschlange" beschreibt eine bestimmte Eigenschaft der Schlange und steht nicht für die Einteilung in eine Systematik.

Die Heimat der Giftschlangen

Geographisch betrachtet sind die Giftschlangen die Gifttiere, die am weitesten verbreitet sind. Von weiten Teilen der gemäßigten Zonen, über die Subtropen bis in die Tropen liegt das Verbreitungsgebiet der Schlangen. In den Tropen ist der Artenreichtum der Giftschlangen besonders groß. Schlangen sind sehr anpassungsfähig, sie bewohnen Regionen der Erde in denen es andere Tiere kaum aushalten. In extrem heißen Wüsten, aber auch bis in die Nähe der kalten Polarregion gibt es Schlangen.

Die Wüste - Heimat vieler Giftschlangen

Wenige Regionen sind frei von Giftschlangen. So kommen in den Gebieten die hoch im Norden liegen, in Europa nördlich des Polarkreises, in Asien ab 60 ° nördlicher Breite und in Amerika schon ab dem 55 Breitengrad keine Giftschlangen mehr vor. Frei von Giftschlangen sind neben der Polarregion überwiegend Inseln. In Europa kennen Inseln wie Korsika und Kreta keinerlei Giftschlangenproblematik, aber auch die in Nordeuropa liegenden Inseln Irland und Island nicht. In Ozeanien, der Inselwelt des Pazifiks, sind neben Neuseeland, Mikronesien, Polynesien, Hawaii, die Neu-Hybriden und die Loyalty-Inseln frei von bodenbewohnenden Giftschlangen. In Afrika die Kapverdischen und die Kanarischen Inseln und das weitabgelegene Madagaskar. Auf dem amerikanischen Kontinent sind die Galápagos-Inseln und große Teile der Westindischen Inseln in der Karibik, nicht die Inseln ohne Wiederkehr, sondern Inseln ohne Giftschlangen.

 

Die Giftschlangenfamilien:

Es gibt vier große Giftschlangenfamilien, die Familie der Vipern und Ottern, die Erdvipern, die Giftnattern und die Familie der Nattern. Jede Familie hat ihre spezifische Eigenarten, ihr bestimmtes Aussehen und eine bestimmte Region in der sie beheimatet ist. 

Vipern und Ottern (Viperidae) - die Heimatlichen

Zu der Familie der Vipern und Ottern gehören drei Unterfamilien. Die Feavipern, die Grubenottern und Klapperschlangen und die Echten Vipern und Ottern. Die in Asien beheimateten Feavipern (Azemiopinae), bilden eine eigene Unterfamilie, die aber nur aus einer einzigen Art besteht. Die Feavipern sind die ursprünglichsten aller Vipern, über deren Lebensgewohnheiten aber sehr wenig bekannt ist. Die Grubenottern und Klapperschlangen (Crotalidae) gehören zu den Giftschlangen, die sowohl in der Alten Welt, als auch in der Neuen Welt zuhause sind. Diese Tiere sind sehr anpassungsfähig - sie leben sowohl in Wäldern, als auch in Steppen oder Wüsten. Die Grubenottern sind die am höchsten entwickelten Giftschlangen. Sie besitzen ein Temperatursinnesorgan, die sogenannte Grube, die sich zwischen der Nase und den Augen befindet. Mit Hilfe dieser Grube können die Grubenottern ihre warmblütigen Beutetiere, auch bei völliger Dunkelheit, erkennen. Die Klapperschlangen verfügen, wie der Name schon andeutet, über eine Klapper. Mit dieser rasseln sie, wenn sie sich bedroht fühlen. 

 

In den USA weit verbreitete Kupferkopf-Klapperschlange

Die Echten Vipern und Ottern (Viperidae) sind sowohl in Europa als auch in Asien beheimatet. Die Kettenviper (Daboia russelli), deren dunkle ringförmige Zeichnung sich deutlich von ihrer ockerfarbenen bis braunen Haut abhebt, ist Asiens gefährlichste Giftschlange. Die Aspisviper (Vipera aspis) wird als die eigentliche europäische Giftschlange betrachtet, da sie sich ausschließlich in Europa aufhält. Sie ist in Mittel- und Südeuropa zuhause. Zu dieser Unterfamilie gehört auch die Kreuzotter (Vipera berus), die einzige Giftschlange, die auch in Deutschland anzutreffen ist. Giftschlangen stellen in Deutschland keine Gefahr dar, in den letzten 40 Jahren hat es in Deutschland keinen Todesfall durch einheimische Giftschlangen gegeben.
 

Erdvipern (Atractaspididae) - die Außergewöhnlichen

Die Erdvipern sind faszinierende Giftschlangen, denn sie sind imstande ihre Giftzähne bei geschlossenem Maul herauszuklappen. Sie leben unterirdisch, in verlassenen Nagetierbauten und wühlen im Erdreich nach ihrer Nahrung. Heimisch sind die Mitglieder dieser außergewöhnlichen Schlangenfamilie in Afrika und dem Nahen Osten. Viel mehr ist über die Erdvipern nicht bekannt. Ihre zurückgezogene, nächtliche Lebensweise und ihre geringe Verbreitung machen sie zu geheimnisvollen Vertretern ihrer Art. Künftige Forschergenerationen werden hier viel zu untersuchen und zu forschen haben.

Die Giftnattern können ihren Verwandten, den nichtgiftigen Nattern sehr ähnlich sehen, so dass eine Verwechslung nicht immer zu vermeiden ist. Zu der Familie der Giftnattern gehören bodenlebende, baumbewohnende und im Wasser lebende Schlangen. Die Giftnattern sind extrem giftige Schlangen, sie sind so giftig, dass die Mortalitätsrate nach Schlangenbissen bis zu 20 Prozent beträgt. Von den Taipanen (Oxyuranus), die in Australien und Neuguinea leben, heißt es, dass sie die giftigsten und gefährlichsten Schlangen der Welt seien. Zu den ausnahmslos hochgiftigen Seeschlangen (Hydrophiidae) gehören eine Reihe von Arten, sie bevorzugen meist die Küsten des tropischen bis subtropischen Pazifiks und des indischen Ozeans: Ostafrika, Asien, Australien und Mittelamerika. Meist sind Seeschlangen recht kleine, friedliche Tiere die nicht länger als 1,50 Meter werden. Sie haben einen breiten, abgeplatteten Schwanz, der ihnen als Paddel dient. Seeschlangen sind trotz ihrer außerordentlichen Giftigkeit sehr beissunfreudig, man könnte sie schon als beissfaul bezeichnen. Nur wenn sie keinerlei Ausweichmöglichkeiten mehr haben beißen sie zu, etwa wenn man sie durch Anfassen bedrängt oder auf sie tritt. Der Grossteil der Seeschlangen sind Salzwasserschlangen - nur einige wenige Arten haben sich auf das Leben im Süßwasser spezialisiert.

 

Familie der Giftnattern
Neben den Seeschlangen gehören die Kobras (Naja), die Mambas (Dendroaspis), die Kraits (Bungarus), die Taipane (Oxyuranus) und die Korallenschlangen (Micrurus) der Familie der Giftnattern an. Bekannt und gefürchtet ist die Speikobra (Naja nigricollis). Die Speikobra hat ihren Namen wohl verdient, denn sie spukt lieber als sie beisst. Fühlt sie sich angegriffen, versprüht sie Gift. Die Speikobras reagieren in bedrohlichen Situationen auf die Bewegungen von Menschen und zwar ausschließlich auf das Gesicht, nicht aber auf die Hände. Sogar dann nicht, wenn diese wild herum geschleudert werden. Neueste Forschungen belegen, dass Speikobras versuchen, direkt auf die Augen ihres Gegenübers zu zielen. 

Speikobra, die bei Bedrohung bis zu fünf Meter spucken kann.

Viele der anderen Kobraarten, wie zum Beispiel, die in ganz Afrika verbreitete Ägyptische Kobra (Naja haje) oder die berühmte Brillenschlange (Naja naja), interessieren sich dagegen nicht für die Gesichter von Menschen, sind aber erheblich beißfreudiger. Allen Kobras ist folgendes gemein: Fühlen sie sich bedroht, richten sie ihren Körper auf, spreizen ihren Halskranz, den sogenannten Hut, zu einem deutlich sichtbaren Oval und gehen in Angriffsposition. 
Mambas sind die Schlangen, die sich überwiegend auf Bäumen aufhalten. Trotzdem bewegen sie sich gelegentlich auch am Boden. Sie sind die Giftschlangen, vor denen man sich in Afrika am meisten fürchtet, denn ihr Biss kann durchaus tödlich verlaufen. Mambas ziehen sich bei Bedrohung normalerweise zurück. Sie beißen erst, wenn sie nicht ausweichen können, dann beißen sie aber vorzugsweise ins Gesicht oder in den Oberkörper. Eben aus diesem Grunde sind sie so gefährlich und ihre Wirkung so tödlich. Die Farbe der Schwarzen Mamba (Dendroaspis polylepis) variiert von schwarzgrau bis zu hellgrün.

 

Die schwarze Mamba- der Schrecken Afrikas

Nattern (Colubridae) - die Scheinheiligen
Die Familie der Nattern gliedert sich in zahlreiche Unterfamilien - ihr gehören circa 60 Prozent aller Schlangenarten an. Bei den Nattern handelt es sich meist um ungiftige Schlangen. Ausnahmen stellen die Trugnattern dar. Die, wie ihr Name schon sagt, dass harmlose Aussehen einer Natter aufweisen, dabei aber z.T. hoch giftig sind. Trugnattern kommen außer in Europa und Antarktika in allen Kontinenten vor. Zu der Gruppe der Giftnattern gehört unter anderem die berühmte meist grün bis grünbraun gefärbte Baumschlange (Boomslang, Dispholidus typus), die durch ihr starkes Gift sogar schon Todesfälle verursacht hat. Auch bestimmte der Familie der Trugnattern angehörende Vogelschlangenarten (Thelotornis capensis und T. kirtlandii) besitzen ein starkes, tödlich wirkendes Gift. 

Der Giftapparat der Schlangen
Schlangen schlingen ihre Beute unzerkleinert, in einem Stück herunter. Die Beutetiere wie Vögel, Ratten oder Mäuse werden nicht zerkaut. Da die Beute der Schlangen manchmal sehr groß ist, müssen die Schlangen Strategien haben, um mit ihrer Beute fertig zu werden. Schlangen haben einen sehr beweglichen Kiefer und ihr Mund ist extrem dehnbar. Giftschlangen haben in ihrem Oberkiefer einen Giftapparat, der ein giftiges Sekret bildet und mit Hilfe spezieller Zähne in die Beute oder den Angreifer gespritzt wird.

Schlangengifte
Schlangengift besteht aus einer komplexen Mischung von Proteinen (Eiweißen) und Polypeptiden (Molekülen aus mehreren Aminosäuren), die sowohl eine giftige oder eine verdauende Wirkung besitzen können. Die giftigen Substanzen werden als Toxine bezeichnet, die zur Verdauung dienenden Stoffe als Enzyme. Die Zusammensetzung des Schlangengiftes ist von der Art, dem Alter, der Herkunft und vielen weiteren Faktoren abhängig. Eingeteilt werden die Schlangengifte nach ihrer Wirkungsweise: Neurotoxine wirken auf das Nervensystem, Zytotoxine wirken auf Zellen, Cardiotoxine wirken auf das Herz, Hämotoxine wirken auf das Blut usw. Insbesondere die Nervengifte bieten der Schlange eine wirkungsvolle Waffe, da sie die Beute fluchtunfähig macht. Die neurotoxische Wirkung des Schlangengiftes beruht auf einer Verhinderung der Erregungsübertragung auf den Muskel oder kann zur Lähmung der Muskulatur führen. Die Lähmung der Muskulatur betrifft nicht nur die Gesichtsmuskeln, wodurch es zum sogenannten starren Blick kommen kann, sondern sie kann durch Atemlähmung zum Tode führen. Auch die Verdauungsfunktion der Enzyme haben für den Menschen oft eine fatale Folgen. Manche der Enzyme wirken sehr stark zellschädigend oder greifen in die Blutgerinnung ein. So manch ein Biss kann zu einer extrem verlängerten Blutgerinnung führen. Diese kann so weit gehen, dass es zu einer kompletten Ungerinnbarkeit des Blutes kommen kann, die über Wochen anhalten kann oder durch nicht beherrschbare innere Blutungen zum Tode führen kann.

Vorbeugende Maßnahmen

Erkrankungen, Todesfälle
In den Tropen und Subtropen stellen Giftschlangen ein deutliches Gesundheitsrisiko dar. Hier leben die Giftschlangen häufig auch in enger Nachbarschaft zu Dörfern, Siedlungen oder Feldern und Plantagen. In der Nähe menschlicher Ansiedlungen ist das Nahrungsangebot für Schlangen häufig besonders hoch. Die Ratten und Mäuse leben von den hier von den Vorräten und den Abfällen der Einheimischen. So kommen sie hier in riesiger Zahl vor und bieten so den Schlangen ein ausreichend gedeckten Tisch. Nach Angaben von Experten werden pro Jahr um die 2 Mio. Menschen von Schlangen gebissen. Glücklicherweise verlaufen die wenigsten Vergiftungen durch Schlangenbisse tödlich. Schätzungen gehen davon aus, dass 80.000-100.000 Menschen (meist Kinder) pro Jahr an Schlangenbissen versterben, oft infolge ungenügender Gesundheitsversorgung.

Maßnahmen nach einem Schlangenbiss

Quellen:

  • Alirol E, Sharma SK, Bawaskar HS, et al. Snake Bite in South Asia: a review. PLoS 2010; 4: e603
  • Habermehl, G. Gerhard, Gift-Tiere und ihre Waffen, 5. Auflage, Springer-Verlag, Berlin (1994)
  • Kasturiratne A, Wickremasinghe AR, de Silva N, et al. The global burden of snakebite: a literature analysis and modelling based on regional estimates of envenoming and deaths. PLoS Med 2008; 5: e218
  • Mebs, Dietrich; Gifttiere, Ein Handbuch für Biologen, Toxikologen, Ärzte und Apotheker, 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart (2000)
  • Dr. Peters, Günter, Urania Tierreich, Fische, Lurche, Kriechtiere, Urania Verlag, Berlin (2000)

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