Ebola - was sind mögliche Spätfolgen?

Das Ebolavirus kann noch längere Zeit nach Abklingen der akuten Krankheitserscheinungen im Körper nachgewiesen werden. Meist ist zwar das Blut frei von dem Virus, jedoch gelingt es dem Immunsystem nicht ohne Weiteres den Erreger an schwerer zugänglichen Stellen des Körpers zu eliminieren, z.B. in der Augenkammer, in den Hoden, Eierstöcken, Gelenken.

Eine britische Krankenschwester, die sich in Sierra Leone infiziert hatte und kurze Zeit später erkrankte musste rund neun Monate nachdem sie die Krankheit bereits überstanden hatte wegen eines Rückfalls erneut intensivmedizinisch versorgt werden. Solche Rückfälle dürften die große Ausnahme sein.

Häufiger sind jedoch Beschwerden, die als "Post-Ebola-Syndrom" zusammengefasst werden. Bei etwa ein Viertel der genesenen Patienten kommt es zu Augenentzündungen und Sehstörungen, im Extremfall auch zur Erblindung. Ebenso sind Schwerhörigkeit und Hörverlust möglich. Noch deutlich häufiger schildern die Patienten hartnäckige Gelenkbeschwerden, die für die Betroffenen erneut mit Phasen der Inaktivität verbunden sind. Nach überstandener Ebola-Erkrankung besteht eine erhöhte generelle Infektanfälligkeit. Auch über unspezische neurologische Symptome wie Müdigkeits- und Erschöpfungszustände sowie Konzentrationsprobleme wird geklagt. Soziale Folgen einer überstandenen Ebolavirus-Infektion können sein: Ausgrenzung und Armut, einhergehend mit Depressionen und Posttraumatischer Belastungsstörung. Eine gute Übersicht über diese Problematik findet sich in den verlinkten Artikeln der Wissenschaftsjournalistin Jana Schlütter. (Ebola lässt die Überlebenden nicht los [11.08.2015] und Ebola macht den Überlebenden weiter zu schaffen [15.10.2015])

Anhaltspunkte für eine sexuelle Übertragung des Ebolavirus, lange nach überstandener Ekrankung, verdichten sich immer mehr. Von einer sexuellen Übertragbarkeit des Erregers gingen Experten ohnehin aus, da das dem Ebolavirus verwandte Marburgvirus noch bis zu sieben Wochen nach überstandener Erkrankung im Sperma nachgewiesen werden konnte. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass der Erreger nach überstandener Ebolavirus-Infektion mindestens über einen Zeitraum von 70 Tagen, möglicherweise in Einzelfällen deutlich länger, im Sperma nachweisbar bleibt. Experten wie Peter Piot (London School of Hygiene and Tropical Medicine) empfahlen den Gebrauch von Kondomen über einen Zeitraum von sechs Monaten. Neuere Empfehlungen legen den Männern nach überstandener Infektions einen Kondomgebrauch über mindestens 284 Tage nahe, besser noch die Verwendung von Kondomen "bis auf Weiteres".

Ergänzende Quellenangaben und Links
 

 

  • BBC News 15.10.2015 [LINK]
     
  • WHO Ebola Situation Report 14.10.2015 [LINK]
     
  • ProMED 11.10.2015 [LINK]

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