Ebola: Frage & Antwort (Update - Ausbruch im Kongo)

Was ist Ebola?

Ebola ist eine schwere, häufig tödlich verlaufende Erkrankung bei Menschen und bestimmten Affenarten (z.B. Gorillas und Schimpansen), die durch das Ebolavirus ausgelöst wird. Andere Bezeichnungen für die Erkrankung sind Ebola-hämorrhagisches Fieber oder fachlich korrekter Ebolavirus-Infektion. Der Erreger ist sehr infektiös und die Erkrankung kann innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen. Es existieren fünf Virustypen, von denen drei (Zaire, Sudan und Bundibugyo) bereits in der Vergangenheit zu größeren Ausbrüchen geführt haben. Die Gattung des Erregers wurde nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo (ehem. Zaire) benannt. Dort wurde der erste Ausbruch der Erkrankung verzeichnet. Von den 318 damals erkrankten Menschen in 55 verschiedenen Dörfern starben 280. (1), (2), (3)

Wie können Ebolaviren auf den Menschen übertragen werden?
Menschen können über den Kontakt mit infizierten Tieren sowie über Blut/ Körperflüssigkeiten erkrankter oder bereits verstorbener Personen infiziert werden. Diejenige Person, von der ein Ausbruch ausgeht (Indexpatient) steckt sich oft über den Kontakt mit Tieren an, zum Beispiel beim Zerlegen erjagter Gorillas oder bei Kontakten mit Fledermäusen. Eine besondere Gefahr der Ansteckung besteht jedoch bei unmittelbaren Kontakten von Ärzten und Pflegekräften mit Erkrankten sowie für Angehörige im Rahmen von Bestattungszeremonien bei engem Kontakt mit den Verstorbenen. Eine sexuelle Übertragbarkeit des Erregers erscheint möglich, beim verwandten Marburgvirus konnte der Erreger noch bis zu sieben Wochen nach überstandener Erkrankung im Sperma nachgewiesen werden.  (1), (4) Die Weltgesundheitsorganisation geht derzeit davon aus, dass der Erreger nach überstandener Ebolavirus-Infektion mindestens über einen Zeitraum von 70 Tagen, möglicherweise in Einzelfällen deutlich länger, im Sperma nachweisbar ist. Experten wie Peter Piot (London School of Hygiene and Tropical Medicine) empfahlen den Gebrauch von Kondomen über einen Zeitraum von sechs Monaten. Neuere Empfehlungen legen den Männern nach überstandener Infektions einen Kondomgebrauch über mindestens 284 Tage nahe, besser noch die Verwendung von Kondomen "bis auf Weiteres".

Kann man durch den Verzehr von Fleisch infizierter Tiere erkranken?
Auch bei der Zubereitung oder dem Verzehr des Fleisches infizierter Wildtiere („Bushmeat“) kann es zur Ansteckung kommen. Daher sollte nur Fleisch bekannter Herkunft verzehrt werden. Der Verzehr von Fleisch verschiedener Affenarten, von Fledermäusen und Nagetieren könnte - insbesondere wenn es noch halbroh ist – mit einer Infektionsgefahr einhergehen.

Wie viele Typen des Ebolavirus existieren?
Es existieren fünf Virustypen, von denen drei (Zaire, Sudan und Bundibugyo) bereits in der Vergangenheit zu größeren Ausbrüchen geführt haben. Ursache für den aktuellen Ebola-Ausbruch in Westafrika (u.a. Guinea) ist der Typ Zaire. Infektionen mit diesem Virustyp gehen mit einer hohen Sterberate von bis zu 90 Prozent einher. (1), (4)

Wie häufig kommt es zu Infektionen mit dem Ebolavirus? Gab es in der Vergangenheit bereits Ausbrüche?
Ebolavirus-Infektionen sind selten vorkommende Ereignisse, dies gilt insbesondere für westliche Reisende. Unter unhygienischen Bedingungen der Krankenversorgung oder im Zuge von Bestattungsriten mit engsten Kontakten zu Verstorbenen kann es innerhalb der einheimischen Bevölkerung Afrikas zuweilen auch zu größeren Krankheitsausbrüchen kommen. Seit dem Jahr 1976 wurden größere Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo (ehem. Zaire), der Republik Kongo, im heutigen Südsudan, Uganda und Gabun verzeichnet. Im März 2014 wurde ein Ausbruch in Westafrika, ausgehend von Guinea, bekannt. (1)

Wie ist die aktuelle Situation? 

a) Zentralafrika: Die WHO hat einen Ebola Ausbruch in der Bas-Uele Provinz der Demokratischen Republik Kongo im April 2017 bestätigt, und sie spricht von einer "sehr ernsten Situation".  Ingesamt wurden bisher elf Fälle mit drei Todesfällen ermittelt, von denen bislang zwei Erkrankungen labordiagnostisch bestätigt wurden. (ProMED 14.05.)

b) Westafrika: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Ebola-Ausbruch in Westafrika für beendet erklärt. Laut WHO infizierten sich in den betroffenen Ländern rund 29.000 Menschen mit dem Erreger, 11.300 Patienten starben. Zudem ist von einer beträchtlichen Dunkelziffer auszugehen. Ein erneutes Aufflammen der Seuche in der Zukunft könne nicht ausgeschlossen werden. (Der Tagesspiegel 14.01.) Nun wurde bekannt, dass zu dem Zeitpunkt als die WHO die Epidemie für beendet erklärte, die Untersuchung einer Probe aus Sierre Leone noch nicht abgeschlossen war, welche im Nachhinein ein positives Ergebnis aufwies. (Reuters 15.01.) Obwohl Sierra Leone schon am 7.11.2015 für Ebola-frei erklärt wurde, verstarb nur Stunden nach der WHO Erklärung im Norden von Sierra Leone ein Junge an dem Virus. Es ist unklar wann genau er verstarb. (ProMed 15.01.) Das  Auswärtige Amt (AA 21.01.) gibt Folgendes bekannt:

  • "Die junge Frau soll sich bei Auftreten der Erkrankung im Grenzgebiet zu Guinea aufgehalten und in Kambia, Port Loko, Bombali, und in Tonkolili gereist sein. Es gibt zahlreiche Kontaktpersonen. Es wird Reisenden dringend geraten, die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten und bei Reisen ins Landesinnere besondere Vorsicht walten zu lassen. " bzw. die Meldung des Auswärtigen  Amtes am 29.03.:
  • "Am 17.03.2016 meldete die Regierung Guineas das erneute Auftreten von einzelnen Ebola-Infektionsfällen in der Präfektur Nzérékouré (Waldguinea). Der letzte Infektionsfall in Guinea war zuvor Ende Oktober 2015 registriert worden, seit dem 29.12.2015 galt Guinea für die Weltgesundheitsorganisation WHO als ebolafrei."

===>> NEUESTER STAND: Sierra Leone gilt seit 17.03.2016 als ebolafrei. In Guinea und Liberia sind derzeit keine Ebola-Infektionen mehr bekannt.  Grundsätzlich ist - so die Einschätzung des Auswärtigen Amtes - ein erneutes Auftreten der Erkrankung in Westafrika nicht auszuschließen. Das Auswärtige Amt rät dazu, die Nachrichtenlage zu verfolgen, allgemeine Hygienemaßnahmen einzuhalten und sich von sichtbar Kranken fernzuhalten. (Auswärtiges Amt, Stand: 23.05.)

Hintergrundinformationen: 

Ebola Situation Report - 09. Dec. 2015 (WHO)

aktuelle Informationen zu Ebola (Bernhard-Nocht-Institut)

Ebola-Falldefinition (WHO 2014) 

 

US-Leitlinien zum Umgang mit Verdachtspersonen (CDC 20.10.) Tipps für niedergelassene Ärzte in Deutschland (DocCheck News 11.11.2014)

VDU´s Blog mit leicht verständlichen, aber sehr fundierten Informationen zur Übertragung des Erregers (engl.)

Entwicklung von Ebola-Impfstoffen (MT Osterholm 2/2015)
 

Guinea: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ebola-Ausbruch in Westafrika für beendet erklärt. Laut WHO infizierten sich in den betroffenen Ländern rund 29.000 Menschen mit dem Erreger, 11.300 Patienten starben. Zudem ist von einer beträchtlichen Dunkelziffer auszugehen. Ein erneutes Aufflamen der Seuche in der Zukunft könne nicht ausgeschlossen werden. (Der Tagesspiegel 14.01.) Hinweis des Auswärtigen Amtes: "Am 17.03.2016 meldete die Regierung Guineas das erneute Auftreten von einzelnen Ebola-Infektionsfällen in der Präfektur Nzérékouré (Waldguinea).Der letzte Infektionsfall in Guinea war zuvor Ende Oktober 2015 registriert worden, seit dem 29.12.2015 galt Guinea für die Weltgesundheitsorganisation WHO als ebolafrei. Reisenden nach Guinea wird geraten, die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen. Reisenden in die Region Waldguinea wird dringend geraten, die betroffene Sub-Präfektur Koropara zu meiden, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten und besondere Vorsicht walten zu lassen. Krankenhaus- und Arztbesuche vor allem in betroffenen Gebieten sind wenn irgend möglich zu vermeiden."

  • Obwohl Sierra Leone schon am 7.11.2015 für Ebola-frei erklärt wurde, verstarb nur Stunden nach der WHO Erklärung im Norden von Sierra Leone ein Junge an dem Virus. Es ist unklar wann genau er verstarb. (ProMed 15.01., Reuters 15.01.).
  • Nach Regierungsangaben wurden in Guinea am 17.3. erneut zwei Personen positiv auf die Seuche getestet. (ProMED 17.3.). Eine 4te Person verstarb inzwischen im Behandlungszentrum in Nzerekore. Es handelt sich um ein 4-jähriges Kind. (ProMED 20.3.)

Liberia
Hinweis des Auswärtigen Amtes: Nachdem Liberia am 9.Mai 2015 von der WHO für „ebolafrei“ erklärt worden war, wurde Ende Juni 2015 ein inzwischen bestätigter neuer Ebolafall unweit der Hauptstadt Monrovia bekannt. Durch die Ebolaepidemie in Liberia ist das Gesundheitswesen nachhaltig beeinträchtigt worden, so dass eine medizinische Versorgung nur eingeschränkt möglich ist. Medizinische Evakuierungen können erschwert sein. Auch andere staatliche Institutionen sind noch nicht voll belastbar. (AAUPDATE: Hinweise des Auswärtigen Amtes:

  • "Nach der Bestätigung neuer Ebola-Fälle am 17.03.2016 in Koropara, Guinea, Subpräfektur von Nzerekore, welche direkt an Liberia angrenzt, hatte die liberianische Regierung am 19.03.2016 die offiziellen Grenzübergänge nach Guinea zwischenzeitlich geschlossen. Die Grenzübergänge sind wieder geöffnet, es finden Ebola-Kontrollen statt (Fiebermessen und Fragebögen für alle Reisenden)." (AA 29.03.)
  • "Am 1. April 2016 wurden die Ebolainfektion und der Tod einer jungen Frau, die aus Guinea eingereist war und sich außerhalb Monrovias aufgehalten hatte, bekanntgegeben. Zwischenzeitlich ist auch ein 
    Kind erkrankt. Kontaktpersonen werden nachverfolgt." 
    (AA 05.04.)

Epidemiologie:  Zwischenzeitlich war Liberia als Ebola-frei erklärt worden, 42 Tage nachdem der letzte Patient aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Seit Beginn des Ebola-Ausbruchs in Guinea im März 2014 wurden in Liberia 10.678 Fälle (davon 3.157 labordiagnostisch bestätigt) mit 4.810 Todesfällen gemeldet. Am stärksten war das Verwaltungsgebiet Lofa betroffen. Am 20. November wurden jedoch wieder drei Neuinfektionen registriert.  (ProMED 22.09., WHO 16.09., CDC Karte

Sierra Leone
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Ebola-Ausbruch in Westafrika für beendet erklärt. Laut WHO infizierten sich in den betroffenen Ländern rund 29.000 Menschen mit dem Erreger, 11.300 Patienten starben. Zudem ist von einer beträchtlichen Dunkelziffer auszugehen. Ein erneutes Aufflamen der Seuche in der Zukunft könne nicht ausgeschlossen werden. (Der Tagesspiegel 14.01.) Das Auswärtige Amt sagt zu Sierra Leone: "Am 17.03.2016 wurde Sierra Leone von der Weltgesundheitsorganisation als ebolafrei erklärt. Der letzte Infektionsfall war im Januar 2016 gemeldet worden. Da Neuerkrankungen nicht ausgeschlossen werden können, wird Reisenden dringend geraten, die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten und bei Reisen ins Landesinnere besondere Vorsicht walten zu lassen. Im Nachbarland Guinea gibt es aktuell neue Ebolafälle." (AA 22.03.)

  • Obwohl Sierra Leone schon am 7.11.2015 für Ebola-frei erklärt worden war, verstarb nur Stunden nach der WHO Erklärung im Norden von Sierra Leone ein Junge an dem Virus. Es ist unklar wann genau er verstarb. (ProMed 15.01.)
  • NEUESTER STAND (Hinweis des Auswärtigen Amtes vom 23.05.):
    • "Am 17.03.2016 wurde Sierra Leone von der Weltgesundheitsorganisation als ebolafrei erklärt. Der letzte Infektionsfall war im Januar 2016 gemeldet worden. Da Neuerkrankungen nicht ausgeschlossen 
      werden können, wird Reisenden dringend geraten, die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten und bei Reisen ins Landesinnere besondere Vorsicht walten zu lassen. " (Anm.: Hervorhebung durch d. Redaktion)

Mali: Epidemiologie, die Gesundheitsbehörden Malis meldeten einen Verdachtsfall, der sich inzwischen bestätigt hat. Es handelt sich um eine Krankenschwester, die sich bei einem aus Guinea stammenden Patienten angesteckt hatte. (Al Jazeera 12.11.2014)

Nigeria: Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass in Lagos ausgehend von einem importieren Ebolafall aus Liberia seit Ende Juli 2014 mehrere bestätigte Ebolainfektionen aufgetreten sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Nigeria am 19. Oktober als Ebola-frei erklärt. Seit mehreren Wochen sind keine Neuerkrankungen mehr beobachtet worden. An den Flughäfen werden Einreisende auf Ebolasymptome untersucht. Reisende mit Fieber können, auch wenn sie nicht aus einem Land mit Ebolafällen kommen, von den nigerianischen Behörden unter Beobachtung gestellt werden. Es kann zu Einschränkungen im Reiseverkehr kommen. Die Grenzen zum Tschad und zu Kamerun sind geschlossen. (AA 21.10.) Epidemiologie: Die Weltgesundheitsorganisation berichtete über 20 Verdachtsfälle - davon inzwischen 19 labordiagnostisch bestätigt - mit acht Todesfällen. Am 19. Oktober gab die WHO Entwarnung (ProMED 22.09., WHO 22.10.)

Welche Symptome treten beim Menschen auf? 
Die Erkrankung beginnt plötzlich mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung, Halsschmerzen und Übelkeit. Bei einigen Patienten kommt es zum Auftreten eines Hautausschlags. Ab dem 5.–7. Krankheitstag treten bei den meisten Patienten Schleimhautblutungen auf (Blutungen u. a. aus dem Verdauungs- und Genitaltrakt). Bisweilen sind auch großflächige Hautblutungen zu beobachten. Recht häufig sind verminderte oder fehlende Urinproduktion bis hin zum Nierenversagen. Symptome im Bereich des Zentralnervensystems können auf eine Gehirnentzündung hindeuten. Veränderte Laborwerte sind häufig, zum Beispiel verminderte Blutplättchen und Lymphozyten sowie erhöhte Leberwerte. Die Sterblichkeit war in der Vergangenheit bei Ausbrüchen des Ebolavirustyps Zaire besonders hoch, 50–80 % der Patienten starben infolge eines Kreislaufschocks, also letztlich durch Verbluten (innere Blutungen und massive Blutungen aus den Körperöffnungen). Die Sterblichkeit ist bei denjenigen Patienten besonders hoch, bei denen die Ansteckung über direkten Tierkontakt erfolgte, also in den Fällen, wo der Erreger die Artenbarriere überwinden konnte. (1)

Wie lange dauert die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit)? 
Die unspezifischen Symptome in der Anfangsphase der Erkrankung lassen oft noch keinen Schluss auf das Vorliegen einer Ebolavirus-Infektion zu. Daher rät das Robert Koch Institut, die Inkubationszeit bei Ebola-Ausbrüchen eher großzügig auszulegen. Frühestens zwei Tage und spätestens 21 Tage nach Ansteckung wäre mit ersten Symptomen zu rechnen. (1)

Welches sind die wichtigsten Sofortmaßnahmen bei Verdacht auf Erkrankung?

  • Flussdiagramm des Robert Koch Instituts zur Abklärung, ob ein begründeter Ebola-Verdacht vorliegt. (Stand 27.08.) [LINK 1]
  • Weitere Erläuterungen zum Flussdiagramm finden sich in dem Supplement des Epidemiologischen Bulletins vom 01.09.2014. [LINK 2]
  • Sonstige Hinweise zu Sofortmaßnahmen. [LINK 3] [LINK 4]

Wie wird die Diagnose gestellt?
Die erforderlichen Laboruntersuchungen müssen in einem speziellen Hochsicherheitslabor durchgeführt werden. Zum Beispiel in den Diagnostiklaboren am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg oder an der Philipps Universität Marburg. Der direkte Virusnachweis gelingt mittels molekularbiologischer Techniken (PCR), Anzucht oder elektronenmikroskopischer Untersuchung. Auch Antikörperuntersuchungen sind möglich, um zum Beispiel eine schon länger bestehende oder abgelaufene Infektion nachzuweisen. (1)

Was ist beim Transport von Proben zu beachten? 
Vor einem Probenversand ist es zwingend erforderlich mit dem jeweiligen Labor in Kontakt zu treten. Die Proben müssen angemeldet und die Versandmodalitäten im Vorfeld abgestimmt werden. Das Robert Koch Institut äußert sich hierzu wie folgt (1):

Der Versand von ansteckungsgefährlichen Stoffen ist im Wesentlichen durch das Europäische Übereinkommen zur internationalen Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) geregelt. Der Versand von Ebola-Diagnostikproben oder Verdachtsproben zur Ebola-Diagnostik erfolgt somit als Klasse 6.2 Kategorie A ("ansteckungsgefährlicher Stoff, der in einer solchen Form befördert wird, dass er bei einer Exposition bei sonst gesunden Menschen oder Tieren eine dauerhafte Behinderung oder eine lebensbedrohende oder tödliche Krankheit hervorrufen kann") mit der Kennzeichnung UN2814.

Wie wird eine Ebolavirus-Infektion behandelt?
Die Patienten benötigen eine intensivmedizinische Versorgung und müssen in einem Behandlungszentrum für hochansteckende Krankheiten isoliert werden. Im Vordergrund steht eine symptomatische Behandlung. Medikamente zur gezielten Bekämpfung oder Unterdrückung der Infektion stehen bislang nicht zur Verfügung. Auch der Wirkstoff Ribavirin ist zur Behandlung einer Ebolavirus-Infektion nicht geeignet. Durch eine sorgfältige intensivmedizinische Versorgung ließ sich während des aktuellen Ausbruchs die Sterblichkeitsrate auf 47% senken. Über noch bessere Überlebensraten wurde im Zusammenhang mit der Verabreichung von Rekonvaleszentenserum berichtet. Im Wesentlichen geschah diese mittels der Transfusion von Blut, dessen Spender die Infektion bereits glücklich überstanden hatten. (The Independent 04.01.) Kontaktpersonen des Erkrankten sollten aktiv ermittelt und zur klinischen Überwachung isoliert werden. Die Überwachung erfolgt über die Dauer der maximalen der Inkubationszeit und unter Beobachtung des Gesundheitszustands der Kontaktperson. Täglich sollte zweimal die Körpertemperatur gemessen werden. (1)

Welche Schutzmaßnahmen sind möglich?
Dem Patienten sollte man sich nur in geeigneter Schutzkleidung nähern. Experten tendieren zunehmend dazu, dem Gesundheitspersonal vor Ort statt dem Tragen von Gesichtsmasken und Schutzbrillen die Nutzung von Respiratoren zu empfehlen, was ein noch höheres Maß an Abschirmung erlaubt. Kommt es zu direktem Hautkontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen empfiehlt das Robert Koch Institut, die betroffenen Körperstellen unverzüglich mit Wasser und Seife zu waschen oder mit einem Händedesinfektionsmittel zu behandeln. Kommt es zu Schleimhautkontakten, so sollten die Schleimhäute großzügig mit Kochsalzlösung oder Wasser abgespült werden. (1)

Was sind mögliche Spätfolgen?
Das Ebolavirus kann noch längere Zeit nach Abklingen der akuten Krankheitserscheinungen im Körper nachweisbar bleiben. Meist ist zwar das Blut frei von den Viren, jedoch gelingt es dem Immunsystem mitunter nicht den Erreger an schwerer zugänglichen Stellen des Körpers ebenfalls zu eliminieren, z.B. in der Augenkammer, in den Hoden, Eierstöcken, Gelenken. Eine britische Krankenschwester, die sich in Sierra Leone infiziert hatte und kurze Zeit später erkrankte musste rund neun Monate nachdem sie die Krankheit bereits überstanden hatte wegen eines Rückfalls erneut intensivmedizinisch versorgt werden. Solche Rückfälle dürften die große Ausnahme sein. Häufiger sind jedoch Beschwerden, die als auch als Post-Ebola-Syndrom zusammengefasst werden. Bei etwa ein Viertel der genesenen Patienten kommt es zu Augenentzündungen und Sehstörungen, im Extremfall auch zur Erblindung. Ebenso sind Schwerhörigkeit und Hörverlust möglich. Noch deutlich häufiger schildern die Patienten hartnäckige Gelenkbeschwerden, die für die Betroffenen wiederum mit Phasen der Inaktivität verbunden sind. Nach überstandener Ebola-Erkrankung besteht eine erhöhte generelle Infektanfälligkeit. Auch über unspezische neurologische Symptome wie Müdigkeits- und Erschöpfungszustände sowie Konzentrationsprobleme wird geklagt. Soziale Folgen einer überstandenen Ebolavirus-Infektion können sein: Ausgrenzung und Armut, einhergehend mit Depressionen und Posttraumatischer Belastungsstörung. Eine gute Übersicht über diese Problematik findet sich in den verlinkten Artikeln der Medizinjournalistin Jana Schlütter. (Ebola lässt die Überlebenden nicht los [11.08.2015] und Ebola macht den Überlebenden weiter zu schaffen [15.10.2015])

Gibt es einen Impfstoff?
Ein Impfstoff oder eine medikamentöse Prophylaxe stehen bislang nicht zur Verfügung. (1) Experimentelle Ebola-Impfstoffe befinden sich jedoch in der frühen Phase der Erprobung (a) [LINK]  b) [LINK]

Kann man in die betroffenen Gebiete reisen?
Der Ebola-Ausbruch in Guinea hält weiterhin an. Eine geographische Ausweitung und ein Überspringen auf andere Länder kann nicht ausgeschlossen werden und ist z.T. bereits zu verzeichnen. Die zeitlich eng begrenzte Inkubationszeit und die auffällige Symptomatik führen jedoch dazu, dass Erkrankungsfälle meist frühzeitig erkannt und isoliert werden können. Eine Übertragung des Erregers setzt im Allgemeinen einen engen körperlichen Kontakt mit dem Infizierten oder den Kontakt zu (rohem oder halbrohem) kontaminiertem Fleisch (insbes. v. Affen und Fledermäusen) voraus. Über benutzte Spritzen und Kanülen wäre eine Infektion mit dem Erreger in Krankenhaus oder Ambulanz möglich. Insgesamt lässt sich jedoch eine Ansteckung auf Reisen relativ leicht vermeiden. (4)

Was sollte man tun, wenn man befürchtet, an einer Ebolavirus-Infektion erkrankt zu sein? 
Treten innerhalb von drei Wochen nach Rückkehr aus einem Ausbruchsgebiet Symptome auf wie Fieber, Durchfall, Kopfschmerz und/oder schweres Krankheitsgefühl, so sollte zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen (auch Malariadiagnostik nicht vergessen!). (4) Es kann sinnvoll sein, den Arzt vorher telefonisch auf das Anliegen hinzuweisen und ihm detaillierte Informationen zum Aufenthalt im Risikogebiet zu geben.

Ebola und Flugreisen, was ist zu beachten?
Sollte innerhalb der EU eine Ebolavirus-Infektion auftreten, würde sich die zuständige Gesundheitsbehörde an die Fluggesellschaft des Patienten wenden, um die Daten der Fluggäste zurück zu verfolgen, um mögliche Kontaktpersonen ausfindig zu machen und isolieren zu können. Als Kontaktpersonen gelten hier Passagiere, die sich in unmittelbarer Nähe zum Patienten aufgehalten haben, dies entspricht in einer Flugzeugkabine dem jeweils benachbarten Sitz in jeder Richtung. Das Bordpersonal des entsprechenden Abschnitts des Flugzeugs, in dem der Patient saß, das Reinigungspersonal, das für den entsprechenden Abschnitt im Flugzeug verantwortlich war sowie alle Crewmitglieder, die direkten Kontakt mit dem Patienten hatten, werden ebenfalls durch die Gesundheitsbehörden zurückverfolgt und isoliert. (4) [LINK]

Welche Meldevorschriften bestehen?
Meldepflicht bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1g (virusbedingtes hämorrhagisches Fieber) und bei direktem oder indirektem Erregernachweis in Verbindung mit einer akuten Infektion unabhängig vom klinischen Bild gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 11 bzw. 29 IfSG. (1)

Fazit
Eine Ebolavirus-Infektion führt zu dramatischen Symptomen. Gerade hierdurch könnten Ausbrüche im Prinzip früh erkannt und effektiv eingedämmt werden. Meist reichen schon einfache Vorsichtsmaßnahmen aus, um das ohnehin geringe Risiko für Reisende nochmals deutlich zu reduzieren.

Wichtigste Quellen:

Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich der orientierenden Information, er kann und darf kein Ersatz sein für die Beachtung der verbindlichen aktuellen Stellungnahmen der nationalen und internationalen Seuchenbehörden oder für die rechtzeitige Konsultation des jeweils zuständigen Experten.

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