Die neuen DTG-Empfehlungen (2017)

Empfehlungen zur Malariavorbeugung (DTG - Mai 2017)

  • "Die Morbidität und Mortalität durch Malaria ist in den letzten Jahren weltweit 
    zurückgegangen. Diese Entwicklung ist Ausdruck intensivierter Kontroll- und Prä-
    ventionsmaßnahmen. In Deutschland wurden in den Jahren 2005-2013 ca. 500-600 
    importierte Malariafälle gemäß IfSG-Meldepflicht registriert. In den Jahren seit 
    2014 ist die Zahl mit > 1.000 Fällen wieder deutlich angestiegen. Der Anstieg war 
    zumindest teilweise durch die große Anzahl von Geflüchteten u. a. vom Horn von 
    Afrika, und die von dort importierten P. vivax Infektionen begründet. Die meisten 
    Malariaerkrankungen (ca. 90 %) werden im tropischen Afrika erworben (v. a. 
    Westafrika: Nigeria, Ghana, Togo und Kamerun, aber auch in Kenia). Außerhalb Afrikas 
    wurden v. a. aus Pakistan Malaria-Fälle importiert. Aus Mittel- und Südamerika 
    wurden 2015 nur 10 Fälle importiert bzw. gemeldet. In ca. 60 % der gemeldeten 
    Fälle handelt es sich um eine Falciparum-Malaria (früher „Malaria tropica“). Diese 
    Beobachtungen unterstreichen die anhaltende Bedeutung der Malariaprävention in 
    der Reisemedizin."
    • "Chemoprophylaxe: Atovaquon / Proguanil (Malarone® und Generika) oder 
      Doxycyclin (Monohydrat-Präparate) oder bei begründeter medizinischer In-
      dikation Mefloquin (Lariam®) in Hochrisikogebieten, in denen überwiegend 
      Mefloquin-sensible P. falciparum-Stämme vorkommen: Afrika südlich der 
      Sahara, Papua Neuguinea, Salomonen, Indonesien östlich von Lombok / 
      Gili Islands, Französisch-Guayana, (mit Ausnahme des mittleren und östlichen 
      Küstenstreifens sowie der östlichen Landesregionen), Guyana (mit Ausnah-
      me des Küstenstreifens) und Suriname (mit Ausnahme der Küstendistrikte) 
      und Venezuela."
    • "Laut WHO (International Travel and Health 2015) wird aufgrund von Erregerresistenzen 
      in nachfolgend aufgelisteten Ländern, keine Therapie mit Artemisinin empfohlen: 
      Kambodscha, Myanmar, Thailand, Vietnam und Laos. Daher wird in diesen Ländern 
      eine notfallmäßige Selbstbehandlung nur mit Atovaquon/ Proguanil empfohlen"
       
    • Hinweis: die Empfehlung zum Einsatz von Chloroquin als Malaria-Notfallmedikament, auch für Mittelamerika/ der Karibik entfällt in den neuen DTG- Leitlinien zugunsten des Einsatzes von Atovaquone/ Proguanil bzw. (unter Berücksichtigung der jeweiligen Resistenzlage) Artemether/ Lumefantrin.
       

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